
STADTBILD PERFORMATIV | Sasha Marianna Salzmann im Gespräch
01.10.2026

Stadtbild performativ. Sasha Marianna Salzmann im Gespräch
Wer ist im öffentlichen Raum sichtbar und wer unsichtbar? Ästhetische Vorstellungen spielen in der politischen Sprache eine nicht zu unterschätzende Rolle, wie zuletzt in der so genannten ‚Stadtbild-Debatte‘ im Jahr 2025. Diese Vorstellungen sind keineswegs unschuldig, sondern setzten Normen, schließen aus und schaffen so Realitäten. Umso wichtiger ist die Rolle der Kunst, die gleichzeitig diese Vorgänge reflektiert und in sie interveniert.
In den eigenen Texten und im künstlerischen Schaffen setzt sich Sasha Marianna Salzmann seit vielen Jahren mit Fragen von Sichtbarkeit und Marginalisierung sowie mit dem aktivistischen Potenzial von Literatur und Theater auseinander. In einem taz-Artikel formuliert Salzmann: „Im aktuellen politischen Klima ist Merz’ Aussage keine unglückliche Wortwahl, sondern eine Ansage.“ An diesem Abend spricht Salzmann mit Cornelia Pierstorff über die Rolle von Literatur und Theater für den öffentlichen Raum, für den politischen Diskurs, für Entwürfe einer partizipativen, offenen Gesellschaft.
Vor einem Jahr sorgten Äußerungen des Bundeskanzlers Friedrich Merz zu einem angeblichen ‚Problem‘ im Stadtbild für öffentliche Empörung. Die Young Academy for Cultures and Societies Research am Freiburg Institute for Advanced Studies nimmt den Jahrestag dieser Äußerung zum Anlass, um den Begriff des Stadtbilds kritisch zu beleuchten und zu reklamieren. Unter dem Motto „Unser Stadtbild – Our Stadtbild“ veranstaltet sie ein zweitätiges Symposium, das Wissenschaft und Freiburger Öffentlichkeit in den Dialog bringt.
Sasha Marianna Salzmann ist Dramatiker*in, Essayist*in, Romanautor*in und Kurator*in. Sasha Salzmann war Mitbegründer*in des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext und die künstlerische Leitung des Studio Я am Maxim Gorki Theater. Salzmanns Theaterarbeiten sind vielfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Beide Romane Außer sich und Im Menschen muss alles herrlich sein waren für den Deutschen Buchpreis nominiert und erhielten zahlreiche, auch internationale, Ehrungen. Zusammen mit Max Czollek kuratierte Salzmann den Desintegrationskongress, die Radikalen Jüdischen Kulturtage und das Festival Utopie Osteuropa. 2024 war Salzmann Träger*in des renommierten Kleist-Preises, mit dem das literarische Gesamtwerk ausgezeichnet wird.
Cornelia Pierstorff ist Literaturwissenschaftler*in an der Universität Zürich und Teil der Young Academy for Cultures and Societies Research am Freiburg Institute for Advanced Studies. Pierstorff forscht unter anderem zu sexualisierter Gewalt in der deutschsprachigen Literatur, zu Vulnerabilität und allgemein zu Literatur und Gesellschaft.
Foto: Svenja Wiese
Location:
hilda5 – kulturaggregat e. V.
Hildastraße 5
79102 Freiburg
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt auf Spendenbasis
